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Seemannslieder und Schifferklaviere

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Ensemble des ASR Remshalden
Marianne Kuttruff ist beim Männergesangverein Geradstetten für den erkrankten Dirigenten
Ulrich Rammelt eingesprungen. Das Herbstkonzert am Samstag stand erstmals unter ihrer Leitung.


Seemannslieder und Schifferklaviere – das muss einfach funktionieren. Dabei hätte es wohl gar nicht eines derart zugkräftigen Mottos wie „Männergesangverein Geradstetten und Akkordeon-Spielring auf großer Fahrt" bedurft, um die Wilhelm-Engte-Halle beim Herbstkonzert zu füllen. Weil es sich eh längst rumgesprochen hat, auf welch hohem Niveau in Remshaldener Vereinen gesungen wird.

„Der Chor" in Grunbach, die gemischte Sängerschar, mag noch spektakulärere Projektkonzerte veranstalten als die Männerkonkurrenz in Geradstetten. Aber auch die hat's drauf, ihre Darbietungen unter eine attraktive Klammer zu stellen und jedes Mal ein pfiffiges Motto parat zu haben. Dazu singt der stimmstarke Männerchor –mit über 30 Aktiven – auch noch stets so respektabel und lässt sich immer derart kompetent instrumental begleiten, dass das Publikum möglichst nichts verpassen will. Zumal die Herbstkonzerte des Vereins auch durch ihre lockere, amüsante Art zu gefallen wissen.

Lolitas 1961 er-Hit „Seemann, lass das Träumen" war auch zu hören

So auch diesmal, mit den Weisen der Weltmeere und einer frischen Brise maritimen Männergesangs. Im ersten Block nimmt sich der Männerchor Kreuzschiff-Klassiker wie Lolitas 1961er-Hit „Seemann, lass das Träumen" (deine Freunde sind die Sterne/deine Sehnsucht ist die Ferne) oder „ Das ist die Liebe der Matrosen" (aus einem HansAlbers- und Heinz-Rühmann-Film) vor, wie immer unterstützt von Miki Futamura, deren hüpfend beschwingtes Klavierspiel den belebenden Puls des Geradstettener Männergesangs darstellt. Und wenn dann, als ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Chores, ein fähiger Solist wie Jürgen Bucher ans Mikrofon tritt und in „Das weite Meer ist seine Heimat", einer Eindeutschung von „My Bonnie", zum verträumten Summen der Mitsänger mit starker Stimme die Strophen auf Deutsch intoniert, kommt Freude auf. Bis mancher im Saal plötzlich den englischen Refrain des Liedes leise auf seinen Lippen spürt.

Ein Lächeln allenthalben auch in „Liebe der Matrosen" bei der Zeile vom Titicaca-See, über die wir uns schon als Kinder so amüsiert haben. Oder immer dann, wenn Moderator Dieter Raudszus, mittlerweile auch schon ein Veteran der Herbstkonzerte, seine oft sehr witzigen Erläuterungen zu den Liedern von sich gibt. Da lässt sich manches Interessante erfahren, etwa dass der deutsche Komponist von „Alo ahe" (so klingt's auf See) vom hawaiianischen König, einem Fan bayrischer Blasmusik, auf die Insel geholt wurde, „und wie wir alle vermuten, ist der da niemals weggegangen". Witzig auch, wie Raudszus seine Einlassungen zu zwei Shantys („MagelhanSong" und „Hamborger Veermaster") in perfektestem Hamburger Platt äußert. Die beiden Seemannsgesänge werden zu echten Höhepunkten, weil neben Solist Jürgen Bucher auch der Akkordeon-Spielring unter Jörg Lederer (mitsamt Schlagzeuger) mitmacht und die Stücke in orchestralem Arrangement sehr stimmig und klangschön geraten.

Die Schifferklavierspieler rocken geradezu das Haus

Vor dem zweiten Teil eine nette Überraschung: Chorsänger Bernhard Pokorra singt mit „Junge, komm bald wieder" jenen Freddy-Schlager, mit dem er 1963, als 17-Jähriger, einen Gesangswettbewerb gewann. Und dann hat das Doppelquartett des Akkordeon-Spielrings (mit Jörg Lederer am Keyboard) seine große Viertelstunde. Mit zwei Popstücken rocken die Schifferklavierspieler geradezu das Haus, was sich nicht zuletzt ihrer erneut sehr sicheren Rhythmusgruppe verdankt. Auch wenn an einer Stelle bei „In the mood" der Swing mal etwas hinkt. Bis dann zum Schluss erneut der Männerchor, diesmal in blauen Jacketts, seinen Auftritt hat. Mit eher balladesken Liedern wie „Bajazzo", Henry Marcinis „Dornenvögeln" und Schuberts „Abendrot" ein schöner Kontrast zur überschwänglichen Rhythmus-Raserei der rockenden Schifferklaviere. Und ein besinnlicher Abschluss eines erneut sehr schönen Herbstkonzertes.

Quelle: WKZ vom 28.11.2011
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de