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Ovationen für George Gershwins"Porgy and Bess"
Vokal und Instrumental: Wer hat da Zweifel?"

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Nach Aufführungen im Stuttgarter Mozartsaal, im Theatersaal Worms und im Kulturhaus Wiesbaden gaben der Chor der Universität Hohenheim und das Akkordeonorchester Baltmannsweiler das Abschlusskonzert im Züblin-Haus in Stuttgart.

Wer kennt sie nicht, die so hinreißenden Musiktitel wie „Summertime", „I got plenty of nothing" oder „lt ain't necessarily so" von George Gershwin und dessen geniale Vertonung der dramatischen Liebesgeschichte von Porgy und Bess? Erneut haben sich der Chor der Universität Hohenheim (Leitung Walter Pfohl) und das Akkordeonorchester Baltmannsweiler Ende Juni zusammen getan, um die Höhepunkte dieser Volksoper, die nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in Charleston (South Carolina) spielt, in einer neuen Fassung aufzuführen.

Manch Zuhörer hat sich vorab wohl gefragt: „Porgy & Bess mit Akkordeonisten — geht das denn?" Und ob das geht, wenn ein so herausragendes Instrumentalensemble, wie das mehrfach beim „World-Akkordeon Festival" in Innsbruck ausgezeichnete Akkordeon-Orchester Baltmannsweiler, mit von der Partie ist und durch technische Virtuosität, differenzierte Tongebung und hohe Musikalität das Publikum begeistert. Als Dirigent des Ensembles hatte Thomas Bauer die Heidenarbeit geleistet, um der großen Partitur von Gershwin ein neues und kongeniales Gewand mit Soli, Chor und Orchester zu verleihen. Seine Tonsetzung und die von ihm dirigierte Bühnenmusik zu Shakespeares ,Sommernachtstraum", mit der das Konzert eröffnet wurde, zeigte, in welch hohem Maße die Literatur für Akkordeon beziehungsweise Akkordeon und Chor im Anspruch und Qualität voranschreitet.
Für besondere musikalische Höhepunkte sorgten die drei Solisten vom SWR-Vokalensemble Stuttgart. Kirsten Drope (Sopran) übernahm die Solopartien von Bess, Clara und Serena. Eine meisterhafte Leistung, denn mit jeweils verschiedenen Stimmfarben, mit glänzenden Höhen und warmen Tiefen gestaltete sie die so unterschiedlichen Partien.
Wohl nur unsere SWR-Rundfunksolisten können einer solchen künstlerischen Herausforderung gerecht werden. Bernhard Hartmann (Bariton) präsentierte Porgy als Titelfigur, die von Bess zunächst geliebt und dann verlassen wird. Wie die anderen Vokalsolisten hatte er die Partie auswendig gelernt, um „mitspielen" zu können. Eine flexible Tongebung, große musikalische Melodiebögen und eine faszinierende stimmliche Ausstrahlung kennzeichneten einen Porgy, wie er in dieser Qualität auch auf großen Opernbühnen nur selten zu finden ist. Den beiden Dirigenten war es ferner gelungen, Hubert Mayer (Tenor) als Sporting Life zu gewinnen — einen Verführer schlechthin, der mit seinem Schauspieltalent und dem Charme des Helden-Tenors nicht nur Bess auf Abwege, sondern auch das Publikum zu beständigen Ovationen bringen konnte.
Der Chor der Universität Hohenheim gehört seit über 40 Jahren zu den attraktiven Klangkörpern auf der Filderebene. Der Probenfleiß von Chorleiter und Klangregisseur Pfohl über Monate hinweg und ein hingabebereiter Chor, der weitere Solopartien selbst übernehmen konnte, ergaben eine prachtvolle Aufführung von hoher musikalischer Präsenz, bester Textaussprache und einer bemerkenswerten dynamischen Breite. Ein optischer Genuss auch das schauspielerische Können der Hohenheimer Sängerinnen und Sänger.
Unvergesslich etwa die Hurricane-Szene, bei der sich das singende Volk unter Tüchern verkroch, um sich vor dem peitschenden Regen zu schützen. Die Universität kann auf das musikalische und szenische Können ihres Chores stolz sein.
Der Lohn: minutenlange Ovationen für die Solisten, den Chor, das Orchester und - ob allem: die unsterbliche Musik von George Gershwin.

Quelle: HI 05/2014

Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de