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Im Saal des Feuerwehr-Gerätehauses klingen leise Töne. Die Mundharmonika-Gruppe im Akkordeon-Verein hat Nachwuchs bekommen. Seit Oktober gibt es eine neue Anfängergruppe. Bereits zum vierten Mal treffen sich die Teilnehmer, die alle ein Ziel haben: Mundharmonika zu lernen.

Walter Krebs (links) spielt mit den Teilnehmern
Walter Krebs (links) spielt mit den Teilnehmern das Stück "Aus aller Welt"

Acht von zwölf Teilnehmern sind es, die sich an diesem verregneten Morgen im Feuerwehrgerätehaus zusammengefunden haben. Doch trotz des schlechten Wetters herrscht gute Stimmung. Alle sind Anfänger oder haben schon jahrelang nicht mehr gespielt. Dennoch ist Lehrer Walter Krebs ganz zufrieden. Mit viel Geduld leitet er seine Schüler an: „Höher, höher spielen. Und einen spitzen Mund machen." Sie spielen einzeln und zusammen und bekommen von Walter Krebs anschließend Rückmeldung. Seiner Meinung nach sind sie schon ganz gut, obwohl es erst die vierte Probe ist.

Als Grundlage beim Singen in geselliger Runde

Die rüstigen Senioren haben sichtlich Spaß an der Sache. Hildegard Böhme, eine Teilnehmerin, erklärt, warum sie Mundharmonika lernt: „Ich habe schon als Kind gespielt und jetzt will ich es wieder auffrischen." Zu Hause kann sie nicht spielen, da ihre Katze sonst verrückt wird. Dann setzt sie sich eben ins Auto und übt, wie sie sagt. Für Walter Krebs birgt die Mundharmonika „Klang und Vielfältigkeit auf einem verhältnismäßig kleinen Instrument." Und zudem „ist sie etwas in einer geselligen Runde - als Melodiegrundlage", wie er sagt. Er erzählt, wie die „Mundharmonika-Gruppe" gegründet wurde: 2007 wurde er auf der Jahresversammlung des Akkordeonvereins vom damaligen Vorstandsmitglied Jochen Haußmann gefragt, ob er nicht eine solche Gruppe gründen wolle. „Ich hätte nie gedacht, dass es funktionieren kann", erinnert sich Walter Krebs. Er konnte nicht einmal „Muha" spielen, wie er das Instrument liebevoll nennt, doch innerhalb von vier Wochen hatte er es sich beigebracht. Musikalisch ist er begabt. Als Dirigent des Akkordeonorchesters spielt er außerdem noch Piano, Schlagzeug, Gitarre und Blockflöte. Kaum war für die Gruppe ein bisschen Werbung gemacht worden, meldeten sich Interessenten bei ihm. Bald waren es 15 Männer und Frauen, die Muha spielen lernen wollten und sich dazu wöchentlich trafen. Mit der Zeit kamen immer mehr Spieler dazu, so dass schon bald daraus ein Kurs für Fortgeschrittene wurde. Das Interesse stieg weiter an.
2009 wagte Walter Krebs den Schritt, mit beiden Gruppen zusammen erstmals öffentlich aufzutreten. Seit 2011 gibt es das Mundharmonika-Orchester, das zum Akkordeon-Verein gehört. Ihr Repertoire reicht von konzertanter über Unterhaltungs- bis hin zu Popmusik. Auch Lieder von Friedrich Silcher, dem bekannten schwäbischen Komponisten, gehören dazu. Bei der Probe stellt sich heraus, dass eine Teilnehmerin mit ihm entfernt verwandt ist: Ihre Urgroßmutter soll die Nichte des Komponisten sein, sagt sie. Die Anfänger sind schon so gut, so Walter Krebs, dass sie bald zu den Orchesterproben dazukommen können. Werner Schuhmacher, ebenfalls Teilnehmer, beschreibt seinen Ehrgeiz wie folgt: „Ich möchte meinem Enkel, der so gern singt, mit der Mundharmonika etwas vorspielen." Und dafür übt er jeden Tag etwa 20 bis 30 Minuten auf der Mundharmonika, auch wenn es für ihn „schwer zu spielen und zu lernen ist". Deshalb sei es gut, einen Kurs zu besuchen, so Walter Krebs, „damit man die Melodien im Kopf geordnet spielen kann".

Das Instrument
  • Die Mundharmonika wurde früher häufiger gespielt. Bei Wanderungen des Albvereins gab es eine Packliste für den Rucksack, bei der die Muha, wie sie umgangssprachlich genannt wird, an zehnter Stelle stand. Dann geriet sie bei vielen in Vergessenheit.
  • Mittlerweile hat sie durch die Volksmusik wieder an Beliebtheit dazugewonnen; ein bekannter Spieler ist Michael Hirte, der 2008 mit der Muha in der Castingshow „das Supertalent" gewann und inzwischen etliche Alben aufgenommen hat.
  • Übungsstunden für Anfänger finden mittwochs von 8.30 bis 9.30 Uhr im Saal des Feuerwehrgerätehauses in Rommelshausen statt. Die Fortgeschrittenen treffen sich von 9.30 bis 10.30 Uhr. Interessenten können sich bei Dagmar Kral unter (0179) 22 35 035 für einen Kurs anmelden.

Quelle: WKZ vom 08.11.2013
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Kontakt: staufen@akkordeonjugend.de